Ashtanga-Vinyasa Yoga
Wie wird in den verschiedenen Klassen Ashtanga-Vinyasa Yoga praktiziert und welches ist die richtige für mich? Eine kurze Einführung.
Anfängerklassen
In der Anfängerklasse wirst du ins Ashtangayoga-System und in die Asanas (Körperstellungen) der 1. Serie eingeführt. Die Asanas werden in einem Fluss mit einer bestimmten Ein- oder Ausatmung verbunden. Diese Verbindung von Körperübungen und Atemtechnik nennt man Vinyasa (Vi= auf eine spezielle Art, nyasa= zu plazieren).
Zum Ashtangayoga-System gehört auch, dass man die Ujjayi-Atmung, die Bandhas und die Dristhis integriert. Sie bilden die drei Grundpfeiler für die Asanas in der Bewegung:
1. Die tiefe Ujjayi-Atmung (mit Ton) ist das Fundament für alle Bewegungen. Ziel ist es, ein tiefes gleichmässiges Ein- und Ausatmen zu etablieren. Diese Atmung hilft, sich auf die eigene Praxis zu konzentrieren und sich nicht ablenken zu lassen.
2. Bandhas (Siegel, Verschlüsse) sind Energieverschlüsse im Körper, die während der gesamten Praxis gehalten werden. Die Bandhas zu halten ist zu Beginn recht herausfordernd, in den Anfängerklassen üben wir dies.
3. Der dritte Grundpfeiler sind die neun Dristhis (Fokuspunkte). Sie helfen uns die Augen nach innen zu richten, visuelle Ablenkung auszublenden und Konzentration zu finden.
In einer Anfängerklasse wird mehr angeleitet und Einzelheiten erklärt, als in einer Mysore-Klasse oder einer Led class. Exakte Details sollen dir Aufschluss über deinen Körper geben und dir helfen, deine eigenen Grenzen zu erweitern. Ebenso sollen sich dein Gleichgewicht und deine Standhaftigkeit festigen.
Asthanga-Vinyasa Selbstpraxis
Der Lehrer vermittelt die Asanas seinen Schülern ein zu eins und die Schüler üben gemäss ihrer körperlichen Entwicklung in der jeweiligen Serie.
Jede Serie hat bestimmte körperliche, emotionale und geistige Zwecke:
Die 1. Serie (Yoga Chikitsa) reinigt und entschlackt den Körper. Kraft und Flexibilität wird aufgebaut. Ein starkes Zentrum – körperlich wie auch emotional – ist das Resultat.
Die 2. Serie (Nadi Shodhana) reinigt die Nervenbahnen, öffnet und klärt die Energiebahnen (Nadis) im Körper. Sie öffnet die Vorderseite des Körpers und kann emotionale Blockaden lösen.
Die fortgeschritten Serien 3 - 6 (Sthira Bhaga) sehen spektakulär aus und erfordern eine tiefere Schicht an Kraft, Flexibilität und Demut. Der Körper wird mehr und mehr durchlässig.
Pro Serie investiert man 2 bis 5 Jahre je nach körperlicher Konstitution und wie häufig man übt. In allen Serien werden die drei Grundpfeiler (Ujjayi-Atmung, Bandhas und Dristhis) weiter vertieft und gestärkt. Durch die Synchronisation der Bewegungen mit der Atmung und mit der Anwendung der Bandhas produziert der Körper eine innere Hitze (Agni). Diese Hitze reinigt die Muskeln und Organe, scheidet Giftstoffe aus und setzt unterstützende Hormone und Mineralien für den Körper frei.



